True Blood-Die 1. Staffel der Serie

Alan Balls Vampir-Seifenoper nach den Romanen von Charlaine Harris

Schreiber-Icon - Illustration: Friederike Rave
Schreiber-Icon - Illustration: Friederike Rave
"True Blood", die Vampir-Soap des Showrunners Alan Ball ("Six Feet Under"), zeigt jede Menge Blut, Sex und schräge Charaktere. Serienstart ab dem 16.März 2011 auf RTL 2.

Die tägliche Seifenoper "Dark Shadows", die von 1966-1971 im Programm von ABC lief, variierte das Genre, indem sie ihre melodramatischen Geschichten mit Elementen des Fantastischen mischte. Zu dem Figurenpersonal der Serie gehörten nämlich Vampire, Werwölfe, Hexen und Zombies. Die Vampir-Soap war geboren.

Mischung aus Seifenoper und Fantasy

Mit den erfolgreichen Serials wie "Buffy" (1997-2003) und ihrem Spin-off "Angel" (1999-2004) gelang der Serien-Mixtur aus Seifenoper und Fantasy schließlich der Sprung in die Hauptsendezeit. Jüngste Versuche, die das Genre der Vampirserie mit der Kriminalserie mischten, war kein Erfolg beschert. "Blood Ties" (2006-2008) brachte es auf gerade 22 Folgen. "Moonlight" (2007-2008) wurde bereits nach 16 Folgen eingestellt.

Ab Herbst 2008 begann HBO mit der Ausstrahlung seiner Eigenproduktion "True Blood" und revitalisierte damit erfolgreich das schon für tot gehaltene Genre.

Das Genre von "True Blood" und ihr Macher Alan Ball

"True Blood" ist eine Serial, die sich aus Elementen der Seifenoper, der Fantasy- und der Kriminalserie zusammensetzt. Im Gegensatz zu anderen bekannten HBO-Serials, wie "Die Sopranos" oder "Six Feet Under", macht sie von dem dramaturgischen Stilmittel des Cliffhanger Gebrauch.

Die Serie basiert auf den den "Southern Vampire Mysteries" der Autorin Charlaine Harris. Die 1. Staffel wurde inspiriert durch den Roman "Dead until dark" ("Vorrübergehend tot"). Fürs Fernsehen bearbeitete den Stoff der Drehbuchautor und Regisseur Alan Ball.

Zentrales Thema seiner ersten tragisch-komischen Familienserie "Six Feet Under" ist das Tabuthema Tod. Während der Laufzeit von fünf Staffeln wurde das Thema mal von persönlicher, religiöser oder philosophischer Seite behandelt.

Die Handlung der 1. Staffel von "True Blood"

Die Serie erzählt von dem Zusammenleben von Menschen und Vampiren in Bontemps, einer fiktionalen Provinzstadt in Nord-Louisiana.

Japanischen Wissenschaftlern ist es gelungen, synthetisches Blut herzustellen, welches landesweit unter der Marke True Blood vertrieben wird. Dieser künstliche Blutersatz stillt die Nahrungsbedürfnisse der Vampire und ermöglichte ihnen so, sich zu gleichberechtigten Mitbürgern zu entwickeln.

Sookie Stackhouse, eine telepahtisch veranlagte Kellnerin, trifft eines Tages auf den 173 Jahre alten Vampir Bill Compton. Dieser ist aufgrund des Todes seiner letzten noch lebenden Verwandten nach Bontemps zurückgekehrt. Sookie fühlt sich in Bills Gesellschaft sehr wohl, da sie seine Gedanken nicht lesen kann. So nimmt die Liebesgeschichte zwischen dem ungleichen Paar ihren Anfang. Kritik an der Beziehung gibt es auf der Menschseite, unter anderem von Sookies Freundin Tara, ihrem Bruder Jason und Boss Sam. Auch auf der Seite der Vampire zeigt man sich nicht gerade begeistert über Bills neue Bekanntschaft.

Einen weiteren zentralen Handlungsstrang der 1. Staffel bildet ein Kriminalfall. Dabei geht es um die Morde an einer Gruppe von Frauen, die alle in Verbindung mit Sookies Bruder Jason standen. Zwei von ihnen sind ermordet worden, kurz nachdem sie mit ihm Sex hatten.

"True Blood" wartet mit vielen sperrigen Charakteren auf

"True Blood" kommt zunächst sperrig daher und die Serie braucht eine gewisse Zeit, um ihre Form zu finden. Gewöhnungsbedürftig sind vor allem die vielen eigenwilligen, unbequemen Charaktere, welche die Serie bevölkern. Tara, zum Beispiel, gerät ständig durch ihr loses Mundwerk mit ihrer Umwelt aneinander. Oder Lafeyette, Taras Cousin, ein bekennender und extrovertierte Schwuler, der seine Liebesdienste offen im Internet anpreist.

"True Blood": Blut, Sex und kontroverse Inhalte

Wie es sich für eine Vampire-Serie gehört, fließt jede Menge Blut. Der Sex in der Serie beinhaltet harte Sextechniken, wie Lustgewinn durch Strangulation und spart auch nicht mit drastischen Sexszenen zwischen Menschen und Vampiren. Für gruselige Momente sorgen die Mordgeschichte und die ständige latente Bedrohung durch Vampire während der Nachtszenen. Die Themenpalette reicht von Exorzismus, Kindesmissbrauch und religiösem Fanatismus.

Wie ungeniert die Serie daherkommt, zeigt eine Episode, in der Sookies Bruder Jason mit einem Priapismus, einer krankhaften anhaltenden, schmerzhaften Erektion des Penis, ins Krankenhaus gebracht wird. Dieser wird erst von seinem Leiden erlöst, als der Arzt mit Hilfe einer riesigen Spritze ihm das Blut wieder aus seinem Penis entfernt.

Leichter verdaulich sind die Seifenoper-Elemente der Handlung, wie das Thema einer verbotenen Liebe, jede Menge unerfüllte Liebschaften und Liebesdreiecke.

Die Serie "True Blood" zeigt Sorgfalt mit der Besetzung seiner Charaktere

Wie jede gute HBO-Serie wurde auch diesmal wieder viel Sorgfalt bei der Auswahl der Besetzung getroffen. Anna Paquin lässt Sookie gleichzeitig sexy, verletzlich und ein bisschen mysteriös daherkommen. Der Engländer Stephen Moyer verleiht dem Vampir Bill ein unglaubliches Maß an erotischer Faszination gepaart mit einer bedrohlich-dunklen Seite und einem Hauch von Melancholie.

In weiteren Nebenrollen glänzen der schwedische Schauspieler Alexander Skarsgard als Chefvampir Eric Northman und "Deadwood"-Darsteller-William Sanderson, der hier als Sheriff Dearborne zu sehen ist.

Sendetermine: ab dem 16.März 2011 mittwochs um 22.05 auf RTL 2. Doppelfolgen

Harald von Treuenfels, Fotograf: Horst Werner

Harald von Treuenfels - Mitte der 1990er Jahre entdeckte ich meine Leidenschaft zum Film, die mit einem wöchentlichen Besuch im Kino kultiviert wurde. Damals ...

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